#12 Hardware im Field Service mit Daniel Diemer

Podcast Industrie 4.0 | Der Expertentalk für den Mittelstand

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In der zwölften Folge unserer Videoshow sprechen wir mit Daniel Diemer, Geschäftsführer der L-mobile infrastructure über die Hardware für den digitalen Serviceeinsatz.

Warum überhaupt den Service digitalisieren? Welche mobilen Geräte brauche ich und wie finde ich die richtigen für mein Digitalisierungsprojekt? Welche Voraussetzungen braucht es auf Seiten IT-Infrastruktur?

Daniel gibt einen umfassenden Einblick in die Welt der Hardware im digitalen Field Service Management, wie man seine Kolleginnen und Kollegen für den Einsatz mobiler Geräte begeistern kann und gibt gegen Ende nochmals Tipps, worauf es besonders ankommt bei der Umstellung von Papier auf digital.

Das Transkript zur Podcast-Folge: Multikommissionierung in der Lagerlogistik

ANDREA: Herzlich willkommen zu unserer ersten Folge Industrie 4.0 – der Expertentalk für den Mittelstand. Schön, dass ihr eingeschaltet habt.

Heute sprechen wir passend zum Titel der Show ganz grundlegend über das Thema Industrie 4.0 und Digitalisierung und haben uns dafür einen tollen Gast eingeladen. Er ist Direktor am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und auch Leiter des Future Work Lab. Dr. Moritz Hämmerle. Schön, dass du heute da bist.

HÄMMERLE: Vielen Dank für die Einladung.

ANDREA: Gerne. Für alle, die es noch nicht wissen, diese Show gibt es auch bei Spotify, iTunes und Co immer als Podcast zu hören. Also schaut da gerne auch mal vorbei. Bevor wir jetzt ins Thema richtig einsteigen, würde ich dich bitten. Kannst du dich einmal kurz vorstellen?

Was genau machst du eigentlich als Institutsdirektor und Leiter des Future Work Lab?

HÄMMERLE: Das ist eine ganz spannende Position. Ich bin bei Fraunhofer für einen Forschungsbereich verantwortlich, der sich mit der Zukunft von Produktentwicklung, der Fabrik und der Produktion beschäftigt. Es macht sehr viel Spaß, jeden Tag darüber nachzudenken, wie die Zukunft in den Bereichen aussieht.

Fraunhofer betreibt zudem nicht nur Forschung, sondern beratet auch. Das heißt, wir arbeiten nah an den Themen, die in der Industrie laufen und beschäftigen uns schon auch mit den praktischen Problemen. Wir beraten und helfen Unternehmen, bei denen klassische Berater noch nicht weiterhelfen können. Das Future Work Lab zum Beispiel ist ein ganz besonderes Projekt, was wir in Stuttgart führen. Es ist das größte deutsche Innovationslabor für Arbeit, Menschen und Technologien.

Wir versuchen darin mittelständischen Unternehmen zu zeigen, wie eine digitalisierte Industrie in der Praxis aussehen kann. Das Projekt haben wir 2017 gestartet, womit es bereits zweieinhalb Jahre alt ist. Wir haben bereits über 14.000 Besucher gehabt, was für ein Forschungslabor einen sehr guten Wert darstellt. Das bestätigt natürlich auch ein Stückweit unsere Arbeit, wenn die Unternehmen sich für das Thema interessieren. Und ich denke, das ist ein guter Einstieg für die Diskussionen, die wir heute führen wollen.

ANDREA: Sehr schön. Du hast jetzt gerade schon das Wort verwendet. Industrie 4.0. Kannst du vielleicht einfach mal erklären, was das überhaupt ist? Vielleicht auch in Abgrenzung zur Digitalisierung? Es sind zwei Begriffe, die oft auch als Synonym verwendet werden.

HÄMMERLE: Um es ganz einfach zu machen, für mich ist die Industrie 4.0 die Digitalisierung der Produktion, der Fabrik und ihrer angrenzenden Prozesse. Digitalisierung umfasst alles was mit Computer, Internet, aber auch Technologien, wie künstliche Intelligenz zusammenhängt.

Diese Dinge sind natürlich auch in der Fabrik zu finden. 2011 haben wir schließlich in Deutschland dieses Label eingeführt und gesagt, dass Industrie 4.0 für uns in Deutschland die Digitalisierung der Produktion bedeutet.

ANDREA: Das heißt, es ist ein deutscher Begriff, der sich irgendwie internationalisiert hat? Oder haben wir den von irgendwo her übernommen?

HÄMMERLE: Wir haben den in Deutschland schon erfunden. International sprechen wir hier eher vom Internet of Things. Die Industrie 4.0 hat viel damit zu tun, dass sich Dinge in der Fabrik mit dem Internet als Technologie vernetzen. Internet of Things hingegen beschreibt alles was sich außerhalb der Fabrik über das Internet vernetzt, also der Kühlschrank das Smartphones, das Auto, usw.

Es ist somit die Vorlage dafür, wie es in der Fabrik der Zukunft auch aussehen kann. Alle Faktoren, die in der Fabrik zu finden sind, wie Maschinen, Anlagen, Menschen, Materialien, Werkzeuge, gilt es über Internettechnologie kommunizieren zu lassen.

ANDREA: Man hört zwar Industrie 4.0. Was ist aber mit 1.0, 2.0, 3.0? Haben wir das verpasst, gab es diese mal? Oder ist das nachträglich festgelegt worden?

HÄMMERLE: Also 4.0 hört sich erstmal modern an, hat aber auch einen tieferen Sinn. 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution.

ANDREA: Von der industriellen Revolution hat man in der Schule schon mal was davon gehört.

HÄMMERLE: Genau. Meistens hat das viel mit Guillotinen und Köpfe rollen zu tun. Diesmal versuchen wir es sehr positiv zu branden. Industrie soll ein Stück weit einfach aufrütteln. Der Begriff soll nun etwas grundlegend Anderes vermitteln und auf die Chancen aufmerksam machen.

Somit versucht man ein Stück weit die Kette der industriellen Revolution fortzusetzen, die mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert begonnen hat. Diese hatte es möglich gemacht, dass jetzt Energie, bzw. Strom, in jede Ecke der Fabrik gebracht werden konnte. Damals jedoch noch sehr aufwendig und umständlich. Die zweite industrielle Revolution, die sich daran angeschlossen hat, war eigentlich keine technische Revolution, sondern die Erfindung eines neuen Arbeits-Modells, des Taylorismus. Die dadurch entstandene Arbeitsteilung in der Fabrik hat sich durch das Fließband bewährt, was man heute auch noch in vielen Fabriken kennt.

ANDREA: Diese stammte doch von Henry Ford oder?

HÄMMERLE: Henry Ford war ein guter Bekannter von Francis Taylor, der diese Arbeitsteilung erfunden hat. Umgesetzt hat man es dann sehr schnell in den Ford Fabriken und hat somit zur damaligen Zeit ermöglicht, mit mäßiger Qualifikation der Mitarbeiter, ein so komplexes Produkt wie ein Auto herzustellen. Das Ganze sollte auch noch zu marktfähigen Preisen geschehen. Dafür war es eben nötig, dieses Arbeitsprinzip zu etablieren.

Die Fabrik hat sich seitdem auch weiterentwickelt. Es sind viele Maschinen- und IT-Reihen entstanden mit verschiedenen Steuerungen. Wenn wir uns zum Beispiel heutige Roboter Systeme, Transfair Straßen oder auch einfache Drehfräszellen Zentren einmal anschauen. Diese enthalten natürlich schon viel Intelligenz und Steuerungstechniken, damit die Maschinen überhaupt funktionieren. Das stellt die dritte Stufe der Industrie dar, also die dritte Revolution.

Heute geht es eher darum, dass das Internet in die Fabrik einzieht, was die vierte Stufe oder die vierte industrielle Revolution darstellt. Hier bleiben wir gespannt, wie revolutionär und wie schnell das Ganze dann auch funktioniert.

ANDREA: Verstehe. Und wie du schon angedeutet hast, bezieht sich Industrie 4.0 hauptsächlich auf Produktion oder auf produzierende Bereiche. Wie sieht es da aus? Also wird der Begriff vielleicht auch schon übergreifender verwendet. Wenn ich jetzt zum Beispiel an Service-Anwendungen denke und meine Leute ins Feld raus schicke. Die Leute, die dabei mit dem Tablet unterwegs sind, gehören doch auch dazu oder eher nicht? Oder anders gefragt.

Was ist Industrie 4.0 und was ist es nicht?

HÄMMERLE: Also den Gedanken der Industrie 4.0, den wir in 2011 dann in Deutschland entwickelt haben bestehen aus drei Grundprinzipien. Die hören sich zwar sehr wissenschaftlich an, man kann sie aber relativ gut erklären. Man spricht zum Beispiel von einer sogenannten horizontalen Integration. Ein ganz schlimmes Wissenschaftler-Wort. Das bedeutet nichts Anderes als, dass die entstehende Supply Chain, also die Lieferkette von den Rohmaterialien bis zum fertigen Endprodukt, viel besser miteinander in Abstimmung gebracht wird.

Das geschieht dadurch, dass wir durch die Transparenz viel besser über die Entwicklung solcher Produkte Bescheid wissen. Wo stehen die Materialien gerade? Wie weit sind sie eingearbeitet? Bei welchem Unternehmen sind die gerade? Häufig haben wir Lieferketten von Lieferanten und anschließenden zuarbeitenden Unternehmen. Hierbei wollen wir mehr Geschwindigkeit reinbekommen, eine höhere Qualität und auch eine bessere Abstimmung erreichen. Durch dieses Prinzip der horizontalen Integration wird die Produktivität verbessert.

Dann gibt es die vertikale Integration. Da geschieht das Gleiche nur im Unternehmen. Es verschmelzen die Management- und IT-Systeme, mit den Shop Floor Aufgaben und der Shop Floor Situation. Hier spielt Transparenz auch eine große Rolle, wie zum Beispiel mit dem Erkennen von Zuständen und dann eben auch mit dem Treffen von Entscheidungen, sodass damit auch flachere Hierarchien und schnellere Entscheidungen herbeigerufen werden können.

Dann geht es zusätzlich auch darum, Daten über den gesamten Lebensyzyklus hinweg zu sammeln. Also von der Geburt eines Produkts in der Fabrik, wo es produziert wird, bis zu und über die Nutzung, bis das Produkt irgendwann mal vielleicht wieder recycelt wird. Man will natürlich Daten über die Produkt Funktionen erheben, wie der Kunde es eingesetzt hat. Was macht er damit? Wann benutzt er es? Wann benutzt er es nicht? Welche Funktionen sind für den Kunden interessant und was wird weniger benutzt?

Und jetzt kann man sich vorstellen, dass das auch ganz viel mit Daten und mit Informationen zu einem Produkt zu tun hat. Da schließen sich jetzt genau diese Felder an, die du genannt hast, also zum Beispiel der technische Service. Wenn der heutzutage in eine Maschinen-Akte guckt, hat er sie meistens auf Papier und in einem dicken Leitz-Ordner versteckt.

In der Zukunft, schaut er sich mal den digitalen Zwilling eines solchen Modells an. Damit kann er dann ganz anders interagieren und kennt viel mehr Informationen über sein Produkt, das auch ein großer Vorteil ist. Dadurch entstehen auch viele neue Geschäftsmodelle, die sich daran anschließen. Wir kennen es von dem Auto. Man hat jetzt auch wieder von Daimler gehört, dass man vorhat, viel mehr Assistenz Funktionen in so ein Auto einfach per Software Download nutzbar zu machen.

Das sind natürlich ganz neue Geschäftsmodelle, die den mittelständischen Maschinenbau beeinflussen. Dieser war bisher gewohnt, Produkte, Maschinen und Anlagen zu verkaufen. Jetzt müssen sie es auch in den digitalen Geschäftsmodellen viel mehr weiterdenken. Und hierfür ist eben die Industrie 4.0 die Basis, um solche Funktionen auch anzuschließen und solche neuen Geschäftsmodelle zu entwickeln.

ANDREA: Du hast es jetzt schon angesprochen. Es gibt eine Menge Möglichkeiten wie die Datensammlung, die Sensorik und was sonst alles in einer digitalisierten Fabrik existiert. Gibt es da auch einen Punkt, wo man sagt, es gibt ein „zu viel“ an Technik? Oder gibt es einen Punkt, wo man sagt, da hört es auf, weil es zu unflexibel wird?

HÄMMERLE: Mit Sicherheit gibt es das. Also ich würde die Frage sogar noch mal so interpretieren. Wenn wir in unsere Projekte schauen, gibt es an zwei Stellen eigentlich ein zu viel an Technik.

An der einen Stelle denken viele Unternehmen zunächst über die Technik nach, wenn sie über Digitalisierung sprechen. Was brauchen sie für Hardware? Welche Software wird benötigt? Das sehen wir eigentlich eher als einen Fehler an. Wir denken und wir haben die Erfahrung gemacht, dass man ganz stark vom Use Case ausgehen muss. Das betrifft Faktoren wie die technische Ausstattung. Läuft das Ganze auf einer Datenuhr, auf einer Brille oder auf einem Tablet? Wie werden diese organisiert? Wo das Ganze im Nachhinein läuft, das muss man dann sehen und das kann auch sehr individuell zugeschnitten sein.

Darauf kommt es aber am Ende des Tages auch gar nicht an. Es geht vielmehr darum, die Anwendungsfälle zu identifizieren und dann Passgenau und im besten Fall mit Erfahrung die richtigen Technologien dazu zuschalten.

Und das Zweite ist, dass in Projekten die Technik mittlerweile nicht mehr die erste Frage ist. Wir haben solche Projekte in der Vergangenheit gemacht. Da sind dann ganz viele solche Technologien raus gefloppt, wie Datenbrillen auf dem Shop Floor, irgendwelche neuen IT-Systeme oder die Integration von IT-Systemen. Mittlerweile betrifft das stark die Organisation, bei der auch neue Formen der Organisation entwickelt werden müssen. Im Anschluss kann dann Technik für den Nutzen noch eine unterstützende und sogar eine befeuernde Funktion haben oder eine, dass man so etwas überhaupt realisieren kann.

ANDREA: Wir haben schon ein bisschen drüber gesprochen, was Vorteile von so einer Digitalisierung sind. Was sind denn große Herausforderungen, die einem Mittelständler oder einem kleinen Unternehmen entgegenschlagen? Du sagtest bereits, dass es zehn große Punkte gibt, die bei euch immer erscheinen, wenn ihr Projekte analysiert. Kannst du davon ein bisschen was erzählen?

HÄMMERLE: Da steckt auch schon das Problem für den Mittelstand drin. Es sind natürlich nicht immer die zehn gleichen Anwendungsfälle. Sonst wäre es gar kein Thema. Ich glaube, das ist auch eine große Schwierigkeit vom Mittelstand. Das sind Unternehmen mit wenigen 100 bis 1000 Mitarbeitern. Die stellen sich die Frage: Wie sollen wir uns digitalisieren? Die sehen in der Welt hunderte und tausende Anwendungsmöglichkeiten und Anbieter für verschiedene Technologien, Software, Hardware, etc.

Das Problem ist eigentlich, dass es kein Kaufhaus für Industrie 4.0 Anwendungen gibt, sondern die Betriebe sich ein Stück weit selbst an die eigene Situation anpassen müssen. Das kommt immer auf das Produkt und auf die Prozesse an. Dann kommt es ein Stück weit auch einfach auf die Organisation im Betrieb an. Die meisten Unternehmen haben die große Schwierigkeit, dass sie sich dafür zu wenig Gedanken machen, zu wenig Informationen zu dem Thema haben und dass sie zu wenig wissen, was heute schon geht.

Dann wird vielleicht noch versucht, schnell was zu kopieren, was andere gemacht haben. Das funktioniert natürlich nur sehr begrenzt, weil die Rahmenbedingungen sich sehr häufig unterscheiden. Dann sehen wir Betriebe, die wenig „Know how“ besitzen und Menschen haben, die weder die Fähigkeit, das Wissen, noch die Zeit haben, am Ende des Tages sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das ist sicher eine große Schwierigkeit.

Dann sind natürlich digitale Projekte auch keine kleinen Projekte. Es sind strategische Projekte, die auch strategisch entschieden werden müssen. Sie müssen einen strategischen Beitrag leisten und damit auch eine strategische Bedeutung haben. Wenn man in die Studien hineinschaut, sagen viele Unternehmen, die Projekte kosten zu viel Geld, zu viel Zeit und sie haben einen zu großen Umorganisationsaufwand. Das sehen wir in der Realität auch als eine riesige Hürde an.

Am Anfang ist die Euphorie groß und wenn es dann ans Umsetzen geht, sehen wir dann sehr häufig, dass das Ganze schleppender vorangeht, als wir uns das alle gewünscht hatten. Da ist natürlich das Dranbleiben, aber auch einfach mal mit den Ergebnissen zu experimentieren eine ganz wichtige Sache, die Unternehmen für sich entwickeln müssen.

ANDREA: Denen fehlt wahrscheinlich dann oft die Vorstellungskraft, wie es am Ende aussieht. Weil ich glaube, die Meisten, die es schon umgesetzt haben, berichten tendenziell eher positive Erlebnisse.

HÄMMERLE: Absolut. Das ist genau dieser Effekt. Digitalisierung ist kein vorgegebener Weg und es gibt auch nicht die Schrittfolge „die sieben Schritte und dann sind sie da“. Das muss man sich ganz klarmachen. Da muss man immer mal wieder für den Weg zum Ziel neue Entscheidungen treffen. Deswegen ist besonders wichtig, auch ein Bild und eine Vorstellung von dem Ziel zu haben.

Im Future Work Lab haben wir ja erkannt, dass viele Unternehmen noch gar keine Einstiegsvorstellungen haben oder sich dann viel zu kleine oder viel zu große Vorstellungen machen. Wir haben im Future-Work-Lab eine Demonstratoren Welt aufgebaut mit über 50 Anwendungen, so ein kleines bisschen wie bei L-mobile. Da versuchen wir natürlich auch zu zeigen, was kann man in den verschiedenen Bereichen tun, um so erste Ideen zu sammeln. Im Anschluss müssen die Unternehmen sich natürlich damit auseinandersetzen und schauen, was für sie passt und wie das geht. Das kann man zwar unterstützen, aber da ist viel Eigenarbeit drin. Digitalisierung ist kein Selbstläufer.

ANDREA: Also von nichts kommt nichts, wie man so schön sagt.

HÄMMERLE: Genau.

ANDREA: Man sagt ja ganz oft, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung ein bisschen „abstinkt“. Warum ist das so?

HÄMMERLE: Also da gibt es natürlich die strukturellen Probleme, die wir haben. Also selbst im Schwäbischen haben wir nicht in jeder Ecke, auf jedem Acker, 5G-Netz oder überhaupt 4G-Netz. Da wird es natürlich schwierig. So auch in unserem Alltag, wenn wir unterwegs sind, dass einfach Telefonate abbrechen, weil man keinen Empfang hat. Netzabdeckung ist natürlich ein Riesenthema. Wir sagen, wenn Technologie und eine industrielle Revolution auf Internet Technologie basiert, dann müssen wir das Internet halt auch überall haben, sonst geht das nicht. Das ist ganz klar.

Dann haben wir natürlich auch Situationen, wie wir unsere Industrie geprägt haben. Wir haben in Deutschland schon auch einige große Unternehmen und große Konzerne. Wir sehen aber auch, dass Unternehmen sehr viel auf die Gesamtlösung schauen und die alles selber machen wollen. Ich bin da nicht ganz sicher, ob das immer so richtig ist. Wenn wir die besten Autos herstellen, müssen wir nicht die beste Fabrik digitalisieren können. Das kann auch jemand anderes für uns tun.

Deutsche Unternehmen wagen sich noch viel zu selten in Netzwerke mit rein, wo sie einfach in den Austausch kommen. Sie versuchen alles selbst zu machen. Es gibt da so ein Begriff in der Wissenschaft, der nennt sich Ambidextrie „Beidhändigkeit“. Also auf der einen Seite das Tagesgeschäft bestmöglich und sehr effizient abarbeiten, auf der anderen Seite Innovationen neue Dinge rein bekommen. Das beißt sich von den Vorgehensweisen, von den Prozessen. Die Menschen müssen anders denken.

Und wir haben ja viele Experimente in der Industrie gesehen, dass man beschlossen hat, Startups zu kaufen. Dann haben wir irgendwann einen ganzen Blumenstrauß an Startups, die alle ganz nach oben berichten. Das funktioniert irgendwann auch nicht mehr. Startups in die eigene Organisation zu integrieren ist auch nicht so einfach.

Ich bin der Meinung, dass Industrie 4.0 eine Netzwerkaufgabe ist und da müssen die Unternehmen einfach schauen, welches Wissen sie wirklich brauchen und wo sie sich auch ein Stück weit mal „Know how“ zukaufen können? Wenn wir bei Startups sind, sind wir natürlich auch an dem Punkt andere Länder, andere Sitten.

Wenn wir uns anschauen, wie die Investitionsumfänge und auch die Möglichkeiten für Startups in den USA beispielsweise sind, dann stehen da ganz andere Gelder dahinter. Wir haben jetzt auch im Future Work Lab die Erfahrung gemacht, mal so ein Startup von der Gründung bis zum Millionen Listing begleiten und unterstützen zu dürfen. Das ist schon ein steiniger Weg, der einige Jahre dauert. Man ist nicht immer ganz schnell mit den Unicorns unterwegs, die dann ihr Milliarden Listing an der Börse sehr schnell finden.

ANDREA: Du hast bereits die USA erwähnt, aber gibt es irgendein Land, das Vorreiter oder bei dem der Großteil der Mittel- und Kleinunternehmer auf dem richtigen Weg ist? Oder ist es eher mal besser, mal schlechter?

HÄMMERLE: Da kommt es jetzt darauf an, über was wir genau reden. Wenn wir über Digitalisierung reden, dann sind die Amerikaner da natürlich viel weiter im B2C Geschäft. Man mag es zwar nicht glauben, aber der Zug ist dafür so ziemlich abgefahren. Da braucht man in Deutschland oder Europa gar nicht so weit schauen. Ganz Europa hat da nicht viel dagegen zu setzen, wenn wir uns die großen Player wie Google, Amazon und Co anschauen.

Da haben wir in Europa gerade mal die SAP und die ist schon wieder so nischig und auch so industriell geprägt, dass man in den B2C Bereich gar nicht ankommen können. Da braucht es einen ordentlichen Schritt und ich bin skeptisch, ob der so schnell passieren kann, weil die etablierten Player einfach gesetzt und integriert sind. Wir nutzen sie alle und da springt kaum einer auf ein altes Prinzip um.

Wo man eine Riesenchance und eine super Ausgangsposition in Deutschland hat, und das sagen auch alle Studien, ist im industriellen Bereich. Deswegen spielt in Deutschland dieser Begriff „Industrie 4.0“ und die Digitalisierung der Produktion eine so wichtige Rolle, auch wenn sie uns im privaten Leben vielleicht gar nicht so betrifft. Für die Unternehmen und damit auch für unseren Wohlstand als Menschen in Deutschland ist es unglaublich wichtig, dass wir diesen Schritt gehen. Da bescheinigen uns viele Studien, die von außen auf Deutschland gucken.

Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition, weil wir natürlich tolle Lösungen haben und auch Unternehmen haben, die zu den Gewinnern in Wettbewerben der Industrie 4.0 gehören. Ich nenne da immer sehr gerne als Beispiel die Firma Bosch, weil Bosch einfach die Größe und die Beidhändigkeit hat, sowohl eigene Fabriken auszustatten als auch Ausstatter der Welt zu sein.

Aber wir sehen eben auch, dass wenn wir von innen in die Unternehmen hineinschauen und aus der praktischen Welt schauen, dass wir in Deutschland da noch nicht so weit sind. In Deutschland finden die Innovationen mehr im Mittelstand statt, weil dieser in Deutschland eine sehr starke Position hat. Da müssen wir allgemein noch mehr Gas geben. Wenn wir den VDMA Studien Glauben schenken dürfen, dann sind wir im Moment irgendwo zwischen der ersten oder zweiten von fünf Stufen. Fünf ist die am besten ausgebaute Stufe. Somit stehen wir zwischen den Anfängern und dem Mittelfeld. Da müssen wir schon gucken, dass es schneller geht.

ANDREA: Schnelligkeit scheint ein großes Thema bei dem Ganzen zu sein. Du sagst, wir müssen gucken, dass es schneller geht. Was kann man denn konkret tun, dass es schneller geht? Müssen wir die Leute besser informieren oder braucht es mehr Berater? Braucht es mehr Firmen, die Technologien anbieten zum Ausstatten? Oder was braucht Deutschland?

HÄMMERLE: Zunächst braucht es da mal Wille. Das ist ganz wichtig und wir haben in den letzten Jahren Wirtschaftssituation gehabt, die unglaublich gut für die Unternehmen war. Wir haben eine heiße Konjunkturphase hinter uns und in solchen Phasen ist für die Betriebe Innovationen nicht immer der wichtigste Aspekt. Wir kommen jetzt gerade in eine Phase der Konsolidierung, durchaus auch ein Stück weit ausgelöst durch Corona. Man muss auch ganz klar sagen, dass dadurch auch Chancen entstehen.

An den Stellen, wo vielleicht nicht jede Hand für eine weitere Maschine und noch ein Produkt eingesetzt werden kann, können wir diese für Innovationen nutzen. Das ist eine Riesenchance, dass auch in den Betrieben zu tun. Und dann geht es einfach wirklich darum, strukturiert an die Sache heranzugehen. Du hattest es angesprochen. Das Gesamtpaket ist da einfach wichtig.

Nicht nur die eine Lösung umzusetzen, sondern sich mal strategisch Gedanken zu machen, es richtig umzusetzen ist ganz wichtig. Anschließend sollte auch der nötige Aufwand hineingesteckt werden. Wenn wir uns angucken, was die Unternehmen mit Digitalisierung erreichen wollen, dann sind das immer die gleichen Ziele, die wir schon immer erreichen wollten: schneller, günstiger, hochwertiger, flexibler werden. Das ist auch alles möglich mit Digitalisierung. Aber wir müssen den Aufwand einfach betreiben und den dann auch schultern.

Wie aus der vorhin angesprochenen Studie hervorgeht, sehen wir derzeit, dass das Verständnis noch sehr unterschiedlich ist. Zum Beispiel eine Webseite zu haben und weg vom Fax zu kommen, ist für viele auch schon Digitalisierung. Ich glaube, da muss man einfach das richtige Niveau ein Stück weit einstellen. Weil du das vorhin gefragt hattest: Noch mehr Förderung und Unterstützung für Unternehmen halte ich gar nicht für das Wichtigste. Wir machen ja ganz viele Forschungsprojekte auch mit Unternehmen.

Da ist mir immer besonders wichtig, dass die Unternehmen das nicht wegen den Fördergeldern tun, sondern weil sie einfach auch einen gewissen eigenen Nutzen darin sehen und sich weiterentwickeln wollen. Und da muss man eigentlich ansetzen. Nicht an „Wir müssen Digitalisierung machen, weil es das Geschäftsmodell verbessert“. Das ist aber aus meiner Sicht in der Industrie auch schon so angekommen. Viele sind auch einfach durch die Knappheit der Ressourcen in der Situation, dass man nur das macht, was wirklich zum Gewinn und Erfolg des Unternehmens beiträgt und das ist eigentlich auch eine richtige Einstellung.

ANDREA: Also das Wichtigste ist im Prinzip, die Unternehmen auf der Stufe abzuholen, auf der sie stehen und dann eben einen gemeinsamen Weg zu finden, wo es hingehen und wie man sich entwickeln kann. Da gibt es ja, wie du sagst, unterschiedliche Fälle. Manche kommen noch vom Fax weg und andere sind vielleicht schon so weit, dass sie schon Laptops für alle haben.

HÄMMERLE: Genau, das ist sehr unterschiedlich. Und da muss Wissenschaft beispielsweise Achtgeben, wo sie ansetzt. Wir haben in der Wissenschaft die letzten acht bis neun Jahre über Industrie 4.0 gesprochen. Das war für viele Unternehmen vom Ist-Stand aus, ein ganz schöner Ruf nach vorne.

Ich sage immer, wir reden da bei vielen Unternehmen immer noch von einer Steinzeit Digitalisierung. Die kommen aus der Steinzeit raus und werden in eine neue Zukunft katapultiert. Diese Geschwindigkeit ist vielleicht fürs Management häufig noch machbar, aber da sind auch Mitarbeiter in den Betrieben, die bereits viele Jahre in gewissen Prozessen mit bestimmten Werkzeugen arbeiten und für die ist es was Neues. Selbst wenn sie diese Tools alle aus dem privaten Leben schon gewohnt sein mögen, ist es für Sie was Anderes, damit im täglichen Arbeitsumfeld umzugehen. Und das muss man beachten, dass ein Digitalisierungsprojekt auch ein Change-Projekt ist.

ANDREA: Das betrifft auch im besten Fall alle Unternehmensbereiche.

HÄMMERLE: Das betrifft vor allem den ganzen Wertstrom. Das geht durchs Unternehmen durch und hört nicht an einer Abteilungsgrenze oder in einem Bereich auf. Sei es nur das Lager, die Fertigung, die Montage, die Qualität und die Instandhaltung. Das muss alles zusammenpassen.

Am Ende entstehen dabei auch noch Daten. Wir brauchen Informationen aus der Fertigung um in der Instandhaltung arbeiten zu können. Wir brauchen in der Entwicklung vielleicht Daten aus der Montage und aus der Qualitätssicherung, um unser Produkt besser machen zu können. Dadurch entsteht auch ein Netzwerk am Ende. Es spielt zusammen und da müssen die Dinge auch passen.

ANDREA: Und was ist mit Unternehmen, die vielleicht den Zug an sich vorbei rauschen sehen oder die vielleicht sagen: „Aber das passt nicht zu uns. Wir haben es schon immer so gemacht und wir haben immer noch genug Aufträge. Es reicht.“ Was würdest du sagen? Eine langfristige Einschätzung. Jemand, der jetzt nicht auf den Digitalisierungs-Zug aufspringt oder einfach sagt, möchte ich nicht. Ist es langfristig zukunftsfähig?

HÄMMERLE: Ich glaube, dass ist eine riesige Gefahr an der Stelle. Auch die gute Wirtschaftslage der letzten Jahre ist eine riesige Gefahr, einfach so weiterzumachen wie bisher. Andere Länder sind da auch nicht im Stillstand. Wir haben viel Konkurrenz aus Asien, auch im Maschinenbau, auch im Automobilbereich mittlerweile. Und da läuft es natürlich ganz anders ab. Vielleicht ein bisschen koordinierter.

So wollen wir das in Deutschland, in Europa nicht tun. Da müssen wir auf die freien Kräfte achten. Und Innovation steht da in der Vergangenheit leider ein bisschen hinten an, das stimmt. Also das heißt, wenn ich eine Eisdiele habe, kann ich vielleicht in Zukunft schon noch ohne Digitalisierung arbeiten. Aber selbst dort haben wir jetzt gelernt, dass es gut ist, auch irgendwo digital Bestellmöglichkeiten zu etablieren. Das hilft bei manchen Situationen schon auch mal aus der Patsche.

Und genauso ist es eben im produzierenden Gebiet. Natürlich wird es noch eine ganze Weile funktionieren, da auch Produkte ohne Digitalisierung zu verkaufen, aber irgendwann ist der Zug abgefahren und dann springen wir auch nicht mehr darauf auf als Betrieb. Da müssen wir darauf achten, nicht abgehängt zu werden. Die Geschwindigkeit nimmt zu und je später wir starten, desto schneller müssen wir am Ende rennen. Das wird nicht funktionieren auf Dauer.

Deswegen ist da ganz wichtig anzufangen. Und wir haben eben die Erfahrung, dass das auch kein Schnellläufer ist, so ein Projekt. Da braucht es auch im Betrieb eine gewisse Zeit, sich seine Vorstellungen zu bilden. Und die Phase darf man auch nicht missachten. Das muss man früh beginnen, damit man damit auch am Ende des Tages vorne bleiben kann.

ANDREA: Wenn wir jetzt noch mal ein Recap machen. Was ist denn der Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung? Du hast zwar schon angesprochen, es gibt nicht das Patentrezept. Aber gibt es da irgendwie zwei, drei große Punkte, die wichtig sind?

HÄMMERLE: Zwei, drei Schritte vielleicht. Also ich würde immer empfehlen.

Erster Schritt: Informieren Sie sich als Unternehmen. Die Betriebe müssen gucken und in die Breite gehen. Die müssen einfach auch ein Stück weit vielleicht unabhängige Informationsquellen suchen oder einfach auch in die Breite schauen. Was machen andere Unternehmen? Was gibt es dort? Was ist möglich? Da lernt man schon mal ganz schön viel.

Dann geht es darum: Wie passt es zu unserem Unternehmen? Wie passt es zu unserem Prozess, zu unserem Ziel? Wie müssen wir uns in der Zukunft aufstellen? Das Ganze muss auch in einem realistischen Zeitraum geplant sein, den man im Betrieb auch steuern und umsetzen kann.

Und dann darf man sich nicht verzetteln in „Wir machen alles selber“, „Wir entwickeln plötzlich irgendwelche eigenen Tools dafür“. Das hat früher gut funktioniert. Hier mal ein Excel Tool für die Produktionsplanung in dem Bereich, dort mal ein anderes.

ANDREA: Vielleicht auch mal eine OneNote-Mappe.

HÄMMERLE: Eine OneNote-Mappe ist ja schon super advanced an der Stelle. Da ist viel dezentral passiert, davon würde ich ganz arg die Finger lassen. Schauen Sie als Unternehmen eher, dass man mit Partnern arbeitet und die Dinge, die andere besser können und die nicht kritisch für mein Geschäftsmodell, Projekt und dessen Funktion sind, andere machen zu lassen oder mit anderen zusammen zu machen.

Erfahrungen zu nutzen ist eine ganz wichtige Sache. Es gibt auch Möglichkeiten für den Einstieg in Fördermöglichkeiten. Das Wirtschaftsministerium hat ein Go Digital Programm, wo man mal so einen Einstieg finden kann. Auch in Baden-Württemberg gibt es Innovationsgutscheine, die da einen ersten Einstieg ermöglichen, aber dann muss man das schon auch selber tragen und an ein Business Case denken. Also der Betrieb muss seine eigenen Business Cases in sein Leitbild denken und diese im Netzwerk umsetzen. Das ist eine ganz klare Empfehlung aus den Projekten, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.

ANDREA: Das heißt, das Keyword ist vielleicht ein ganzheitliches Konzept.

HÄMMERLE: Ganzheitliches Konzept und im Netzwerk umgesetzt. Das finde ich eine sehr schöne Botschaft an der Stelle.

ANDREA: Das hört sich gut an! Gönnen wir uns jetzt am Ende noch einen kleinen Abstecher in die Zukunft. Wie entwickelt sich Industrie 4.0 oder was wartet denn bei 5.0 schon auf uns? Sind es Zeiträume, über die man schon nachdenkt oder ist es noch zu weit weg?

HÄMMERLE: In der Wissenschaft denkt man da natürlich drüber nach und wir sind beispielsweise dieses Jahr ganz stark im Wissenschaftsjahr der künstlichen Intelligenz. Da spielen dann sehr zukunftsfähige Technologien, wie Algorithmen und KI, eine große Rolle. Diese werden sicherlich auch noch einen deutlichen Sprung in die Produktivität der Unternehmen machen.

Wir sehen ja schon allererste Anwendungsfälle, aber da sind wir derzeit auf dem Niveau, wie wir vor fünf Jahren in der Digitalisierung waren. Es bedeutet dieser ganze Digitalisierung-Auszug, der reichert sich natürlich an mit immer neuen Technologien. Das macht es für die Unternehmen natürlich viel schwieriger, damit umzugehen, weil man damit sich auch noch mal klarmachen muss, was das bringt. Darauf würde ich mich auch erst mal fokussieren.

Dann kennen wir natürlich aus anderen Ländern, beispielsweise Japan, schon auch den Begriff der Society 5.0. Das fließt natürlich auch in die Gesellschaft ein und es entsteht eine vernetzte, hoch produktive, sehr digitalisierte Gesellschaft und da klinken sich dann solche Services von Unternehmen natürlich viel einfacher ein.

Ich bin ein bisschen skeptisch, wann das passiert. Ich kann mich noch gut erinnern an den Anfang von Industrie 4.0 und den Herrn Dr. Wittgenstein, der damals in seiner Rolle im VDMA sagte, er gibt seinem Unternehmen mal fünf Jahre die Fähigkeit zur Digitalisierung aufzubauen. Ich glaube, dies ist auch ein schöner Zeitraum dafür.

Also man muss da sehr drauf achten. Es passiert nichts von heute auf morgen, sondern viel mehr in längeren Zyklen. Fabriken ändern sich auch nicht von heute auf gleich. Die werden nach und nach aufgerüstet. Das heißt, wir sehen hierbei eher eine Durchwanderung als ein Shutdown und dann ein Re-Opening, wie man es jetzt gerade vielleicht in der physischen Welt sieht. Das gibt es in der Digitalisierung eher nicht, sondern das Ganze läuft kontinuierlich weiter. Das ist glaube ich, auch die Aufgabe für die Unternehmen, sich zukünftig einfach kontinuierlich mit diesem Thema zu beschäftigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

ANDREA: Das ist doch ein schönes Schlusswort. Die Zeit ist für mich wie im Flug vergangen. Ich habe gerade einen Blick auf die Uhr geworfen. Wir sind schon am Ende angekommen. Ich darf mich zum einen bei dir bedanken für das tolle Gespräch. Vielen Dank dafür. Ich darf auch schon ein bisschen spoilern. Es gibt auf jeden Fall noch mal ein Gespräch, wie das ganze Thema Industrie 4.0 sich dann auch auf das Arbeitsleben oder die Arbeitswelt auswirken wird. Das gibt es dann im Anschluss an diese Folge. Wenn ihr noch Fragen habt oder noch Themen Wünsche oder Ideen habt, was ihr gerne noch sehen würdet im Rahmen dieses Formats, dann schreibt uns das gerne unten in die Kommentare. Ansonsten bis zum nächsten Mal, wenn es dann wieder heißt Industrie 4.0 – der Expertentalk für den Mittelstand.

Welche Idee steckt hinter der Multikommissionierung in der Lagerlogistik?

„Die Idee bei der Multikommissionierung ist auch da, eben solche Leerfahrten, Leerwege, egal ob jemand läuft oder eben fährt, zu vermeiden.“

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