Warenausgang
Qualitätssicherung in der Lagerlogistik: Der Warenausgang
Alles Wichtige zur Qualitätskontrolle im Warenausgang
Geschätzte Lesedauer: 9 min
Warenausgang
Alles Wichtige zur Qualitätskontrolle im Warenausgang
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Dem Warenausgang, beziehungsweise der Bestandsminderung im Lager, geht zunächst immer eine Materialanforderung einer nachgelagerten Stelle voraus. Entweder als geplante Entnahme auf einen Fertigungsauftrag, als ungeplanter Abgang in die Produktion, oder als Auftrag (Kommissionierung) für eine Bestellung eines Kunden (Versand). Innerhalb der Qualitätssicherung wird an dieser Stelle von der Lagerleitung beispielsweise eine Materialanforderung als Ausgabebeleg oder ein Kommissionierauftrag ausgegeben. Wurde die Ware für die jeweilige Anforderung entnommen und bereitgestellt, folgt die weitere Bearbeitung als Kunden- oder als Produktionsauftrag. Diese Weiterleitung an die jeweilige Bedarfsstelle wird auch als (Material-)Ausgabe bezeichnet.
Um innerhalb des Warenausgangs sichergehen zu können, dass die Kundenbestellung oder der Kommissionierauftrag wirklich die Teile beinhaltet, die angefordert wurden, ist eine Qualitätssicherung im Warenausgang unabdingbar, denn: Mangelhafte Ware oder Fehllieferungen verursachen nicht nur einen hohen Rückabwicklungsaufwand und höhere Kosten, auch der Kunde wird nach dem Öffnen seiner bestellten Ware eine unschöne Überraschung erhalten und sich eventuell bei der nächsten Bestellung für einen anderen Anbieter entscheiden.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Lagerlogistik schnell und einfach mit einer Qualitätssicherung rechtskonform gestalten können.
Dem Versand von Waren, Ersatzteilen und weiteren Gütern, liegt in jedem Fall ein Auftrag zugrunde, welcher zu einem Warenabgang führt. Innerhalb der Verpackungsvorschriften ist darauf zu achten, dass der Schutz des Versandgutes an oberster Stelle steht. Vor allem bei Gefahrengut oder scharfkantigen Gegenständen dient die Verpackung dem Schutz der Umwelt beim Transport und der Lagerung.
Ist die Ware unsachgemäß verpackt, kann es zu Schäden am Versandobjekt kommen. Je nach Art der Ware kann dies gefährliche Auswirkungen haben. In jedem Fall führt der dadurch entstehende Mangel an der Ware zu einer Minderung der Qualität, für welche der Endkunde sogar verpflichtet ist, diese zur Anzeige zu bringen.
Außerdem unterliegt der Versand im Bereich der Qualitätskontrolle im Warenausgang weiteren Vorgaben, wie der ordnungsgemäßen Erstellung der Versandpapiere, der Beauftragung eines Spediteurs oder Transporteurs mit dem Transport, der Übergabe der Versandstücke an den Transporteur, dem Transport sowie dem anschließenden Abladen der Versandstücke am Empfangsort.

Somit ist die Qualitätssicherung im Warenausgang erst mit der Annahme des Versandstücks durch den Empfänger abgeschlossen. Mit der Unterschrift des Empfängers geht dabei die Gefahr vom Verkäufer auf den Empfänger über. An dieser Stelle tritt der bereits im ersten Teil dieses Themenbeitrags angesprochene Paragraph §377 ff des HGB über Mängel und Rügepflicht in Kraft.
Aus dieser Regelung geht für den Versender der Ware jedoch hervor, dass er die Verantwortung dafür trägt, dass der Empfänger auch die notwendigen technischen Hilfsmittel zur Entladung besitzt. Für den Transporteur hingegen endet die Verantwortung nach dem Transportrechtreformgesetz bereits nach der Anzeige des Warenüberbringers, dass die Ware angekommen und abladebereit ist.
Aus diesem Grund muss der Versender sicherstellen, dass die Ablademöglichkeit der gelieferten Ware vor Ort gegeben ist. Sollte bei der Zustellung am Empfängerort beispielsweise kein Stapler vorhanden sein, der Kran – wenn vorhanden – das Gewicht nicht heben kann oder die Transporteinheit zu groß für die Entladezone beim Empfänger ist, kann der Transporteur unter Umständen ein Standgeld verlangen, oder aber einen Rücktransport veranlassen, bzw. eine Umladung in geeigneter Weise anordnen. In allen diesen Fällen trägt der Versender die Kosten. Auch deshalb ist eine Qualitätssicherung innerhalb des Warenausgangs wichtig und sorgt dafür, dass Sie sich sowohl Geld als auch den Rückabwicklungsaufwand einer Bestellung sparen.
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In der Qualitätssicherung kommt in der Warenausgangskontrolle in den meisten Fällen ein Stichprobenverfahren zum Einsatz. Dieses kann sowohl in den Zentrallägern des Handels als auch in den Produktions-, Ersatzteil-, und Distributionslägern der Industrie angewendet werden.
Ziel der Qualitätssicherung im Warenausgang ist es, mit minimalem Prüfaufwand und optimalem Personaleinsatz, das durch Fehllieferungen verursachte Rückabwicklungsvolumen zu senken. Ebenso zielt die Qualitätskontrolle auf die Gewährleistung der Kundenzufriedenheit ab. Ist der Kunde mit der Lieferung unzufrieden, bedeutet dies für ihn einen administrativen Mehraufwand, durch den Reklamationsprozess.
Die Qualitätskontrolle im Warenausgang findet kurz vor dem Warenversand statt. Diese Kontrolle verhindert, dass fehlerhafte oder gar falsche Teile zum Kunden gelangen und sorgt somit für eine Senkung der Reklamationsquote. Anhand von Stichproben, bei derer der Mitarbeiter im Versand einzelne Pakete mit der vorliegenden Bestellung auf Artikelposten und Menge gegenprüft, können Packfehler bei gleichartigen Sendungen, also Paketen, die alle denselben Inhalt besitzen, reduziert werden.

Um bereits beim Packen der Pakete mögliche Pickfehler innerhalb der Kommissionierung für den Kundenauftrag zu reduzieren, ist es zur Vereinfachung der Qualitätskontrolle im Warenausgang ratsam, die Pickzettel um ein auftragsbezogenes Kontrollelement zu ergänzen. Dadurch wird jeder Kommissionierer dazu angehalten, auf dem Pickzettel zu bestätigen, dass er den Auftrag wie vorgegeben zusammengestellt hat. Um die Qualitätskontrolle im Warenausgang noch einfacher, schneller und dabei fehlerfrei zu gestalten, setzen viele Unternehmen auf eine mobile Lagerlösung.
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Eine mobile Lagerlösung bietet Ihnen innerhalb der Qualitätssicherung im Warenausgang die Möglichkeit, sämtliche Warenbewegungen genau zu prüfen. Beispielsweise können Ihnen beim Scannen eines Kommissionierungsbelegs für den Kundenauftrag alle Positionen inklusive Chargen- und Seriennummern in der entsprechenden Menge angezeigt werden.
Mit einem mobilen Endgerät sind Sie außerdem in der Lage, einen frei konfigurierbaren Barcode zu scannen und die zu versendenden Artikel Stück für Stück zu verbuchen. Dadurch erfolgt eine eindeutige Prüfung der verschickten Artikel. Die Fehlerquote beim Warenausgang wird auf ein Minimum reduziert und die Mitarbeiter innerhalb der Qualitätskontrolle im Warenausgang können somit die doppelte Menge an Kundensendungen in derselben Zeit bearbeiten.
Auch die Kommissionierung profitiert von dem Einsatz einer mobilen Datenerfassungslösung. Mithilfe von digitalen Picklisten erhält der Picker sämtliche Informationen zu den zu kommissionierenden Artikeln und wird dabei laufwegeoptimiert durch das Lager geführt. Ebenso unterstützen viele Lösungen auch Systematiken wie z.B. FIFO, FEFO oder auch aufsteigende oder absteigende Sortierungen gemäß der Lagerplatzlogik.

Die Bearbeitung der mobilen Kommissionierlisten erfolgt idealerweise durch das Scannen eines Barcodes. Dabei werden die Informationen zu den entnommenen Mengen und Lagerplätzen direkt an das ERP-System bzw. WMS übergeben. Entnimmt der Kommissionierer ausversehen einen falschen Artikel oder eine gesperrte Charge, meldet die mobile Anwendung nach dem Scan einen Fehler, wodurch eine Fehlbuchung und somit eine Falschlieferung an den Kunden verhindert wird.

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