Automatisierte Lagersysteme
Logistik Automatisierung im Mittelstand – Schritt für Schritt zur optimierten Intralogistik
Erfahren Sie vom Logistik-Experten Christoph Rixe, wie Sie Logistikprozesse nachhaltig verbessern
Geschätzte Lesedauer: 17 min
Automatisierte Lagersysteme
Erfahren Sie vom Logistik-Experten Christoph Rixe, wie Sie Logistikprozesse nachhaltig verbessern
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Viele mittelständische Unternehmen haben eine funktionierende Logistik – aber „funktionierend” bedeutet nicht zwangsläufig „wettbewerbsfähig”. Gewachsene Strukturen, Insellösungen und zunehmender Fachkräftemangel bremsen das Potenzial. Dabei ist eine Logistik Automatisierung längst kein Thema mehr, das nur Großkonzernen vorbehalten ist. Auch KMU können und müssen ihre Intralogistik systematisch optimieren. Christoph Rixe, Projektleiter bei L-mobile und Experte für Transport- und Logistikprozesse, erklärt, wie diese Optimierung in drei klar definierten Schritten umgesetzt werden kann.
Logistik Automatisierung im Mittelstand ist kein Sprint, sondern ein strukturierter Prozess. Wer seine Intralogistik wirklich optimieren will, beginnt nicht mit Technologie. Stattdessen bildet eine transparente und umfassende Bestandsaufnahme der eigenen Prozesse die Basis für den Erfolg. Erst auf dieser Grundlage lässt sich Automatisierung sinnvoll einsetzen. Logistik-Experte Christoph Rixe empfiehlt daher drei Schritte zur Projektdurchführung:
Mit Blick auf die meisten Unternehmen lässt sich sagen: Die Logistik funktioniert. Logistikprozesse laufen, Ware wird produziert und verschickt, es wird stetig Umsatz generiert. Wozu also den bestehenden Prozess automatisieren? Christoph Rixe kennt diese Haltung aus seinem täglichen Projektgeschäft und erklärt, warum dieser Gedanke nicht unbedingt sinnvoll ist: „Man kann durchaus sagen, dass die Logistik in vielen Firmen funktioniert. Denn klar, wäre das nicht so, hätten die Unternehmen ganz andere Probleme. Aber als wirklich gut funktionierende Logistik würde ich das dennoch nicht immer bezeichnen.“

Das Problem liegt in der Geschichte vieler mittelständischer Betriebe: Lager und Fertigung wachsen über Jahre, allerdings ohne eine ganzheitliche Systematik dahinter. Jede neue Herausforderung wird mit einer einzelnen Lösung begegnet. Ein zusätzliches Regal hier, ein weiterer Arbeitsplatz dort. Das Ergebnis: Insellösungen, die sich im Laufe der Zeit zu einem schwer durchschaubaren Gesamtsystem entwickeln. „Man hat sich von Lösung zu Lösung gearbeitet und am Ende hat man irgendwann eine festgefahrene Struktur, über die es heißt: Das ist jetzt eben so und das machen wir schon seit zehn Jahren so.”
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Der Gesamtprozess wurde in vielen Unternehmen schlicht aus den Augen verloren. Häufig fehlt es am Know-how und den Kapazitäten, um an diesem Punkt noch einmal von vorne zu Beginnen. Wenn die Fertigung wächst und das Lager nicht mehr Schritt hält, greifen viele Unternehmen daher zu einer vermeintlich einfachen Lösung, wie zum Beispiel einem Außenlager über einen Spediteur. Das klingt oft erstmal nach einer schnelleren Lösung, als beispielsweise ein automatisiertes Lagersystem einzuführen. Doch Christoph macht deutlich, was das wirklich bedeutet: „Dieses Vorgehen behandelt die Symptome, nicht die Ursache. Ich bin überzeugt, man kann diesen Gesamtprozess viel besser optimieren, indem man all diese Insellösungen aufbricht und eine Gesamtlösung findet. So kann man als Firma am Ende deutlich mehr Ertrag erwirtschaften“ Denn die Logistik ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wer diesen Faktor vernachlässigt, riskiert, langfristig den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren. Sich mit den vorhandenen Prozessen und den entstandenen Insellösungen zu beschäftigen, ist also ein Muss.
Die Automatisierung von Logistikprozessen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein strukturierter Entwicklungsprozess – und der beginnt selten dort, wo man ihn vermutet. Wer direkt in Technologie investiert, ohne die eigenen Prozesse zu kennen, riskiert, die falschen Probleme zu lösen. Christoph Rixe empfiehlt daher einen klaren Dreiklang: Erst die Prozesse verstehen und organisatorisch optimieren, dann gezielt Teilbereiche automatisieren und schließlich – auf Basis belastbarer Daten – die Entscheidung für oder gegen eine Vollautomatisierung treffen.
Der erste Schritt zur Logistik Automatisierung ist meist ein organisatorischer. Bevor Digitalisierung oder Automatisierung sinnvoll eingesetzt werden können, müssen die Grundprozesse stimmen. „Ein schlecht digitalisierter Prozess ist kein guter Prozess. Das gilt natürlich auch für Logistikprozesse.”
Christoph Rixe schildert hierfür ein eindrückliches Praxisbeispiel: Bei einem Kunden vor Ort war die erste Frage des Experten, warum man mitten im Raum lange Regalreihen platziert hatte. Der Grund: Die Mitarbeitenden würden zum Kommissionieren so von beiden Seiten in die Gänge laufen können. Nachdem er den Prozess einmal selbst beobachtet hatte, war schnell klar: Keiner der Mitarbeitenden nutzte diese Möglichkeit. Denn die Gänge waren zu eng für den Kommissionierwagen. Aus einer geplanten Durchlaufstrategie wurde eine Stichgangsstrategie, die von niemandem definiert wurde, sich aber auf Grund der Umstände eingeschlichen hatte. Und man war sich dieser Tatsache nicht einmal bewusst gewesen.

Die Empfehlung war simpel: Regale an die Wand stellen, Durchgangsstrategie anpassen, Kommissionierlisten entsprechend neu sortieren. Keine neue Software, keine Investition in Hardware, nur ein externer Blick und eine gezielte Prozessänderung. „Die Verantwortlichen wussten das auch, aber dadurch, dass man diese Insellösung nachträglich eingespielt hat und die vorherigen Lösungen nicht mehr hinterfragt wurden, ist das halt einfach so gewachsen.”
Wer seine Logistikprozesse optimieren möchte, sollte sich immer zuerst mit den bestehenden Prozessen beschäftigen. Dabei steht die Beantwortung folgender Fragen im Fokus:
Wer intern nicht die Ressourcen hat, diese Fragen systematisch zu beantworten, sollte laut Christoph Rixe externe Unterstützung hinzuziehen. Sei es eine spezialisierte Logistikberatung oder ein Implementierungspartner wie L-mobile, der den Prozess von außen betrachten und gezielt optimieren kann.
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Für schnell sichtbare Erfolge
Sind die Grundprozesse stabil, stellt sich die Frage: Wo setzt man mit der Logistik Automatisierung sinnvoll an? Christoph Rixe nennt zwei zentrale Treiber, die Unternehmen zur Automatisierung bewegen:
| Treiber | Beschreibung |
|---|---|
| Kosten & Personalressourcen | Fehlende Staplerfahrer, steigende Lohnkosten, nicht besetzbare Stellen |
| Gesetzliche Rahmenbedingungen | Maximale Hebelimits (z. B. 25 kg), Arbeitssicherheitsvorschriften |
Der Einstieg in die Automatisierung muss nicht sofort in einem Zuge durchgeführt werden. Als besonders geeigneten Startpunkt empfiehlt der Projektleiter die innerbetrieblichen Transportprozesse, also die Bewegung von Waren von A nach B. Hier sind fahrerlose Transportsysteme (FTS) bzw. fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) eine geeignete Lösung, die bereits seit einige Zeit am Markt vorhanden und technisch ausgereift ist.
Der Mitarbeiter am Wareneingang bucht die Palette und stellt sie auf einen definierten Übergabepunkt. Es fallen keine weiten Wege ins Lager an.
Ein fahrerloses Transportfahrzeug übernimmt den Transport vom Übergabepunkt ins Hochregallager.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Das fahrerlose Transportfahrzeug kommt und bringt die Paletten langsam rüber, so dass sich der Mitarbeiter gleich um den nächsten LKW kümmern kann.” Der Wareneingang wird dadurch schneller abgewickelt, LKWs schneller abgefertigt. Gleichzeitig kann sich der Mitarbeiter vollständig auf seine Kernaufgabe konzentrieren.
Und was passiert, wenn ein Staplerfahrer und ein FTF gleichzeitig im selben Gang unterwegs sind? Christoph Rixe gibt Entwarnung: „Der kombinierte Verkehr zwischen Staplerfahrern und fahrerlosen Transportfahrzeugen in einer teilautomatisierten Gesamtlösung funktioniert problemlos. Da stehen keine gesetzlichen oder technischen Rahmenbedingungen im Weg.”

Technisch lässt sich das über verschiedene Mechanismen lösen: Das FTF wartet, wenn ein Gang blockiert ist. Es können Ausweichpunkte in der Leitsteuerung definiert werden. Und der Staplerfahrer – als flexiblerer Akteur – kann situativ reagieren. Idealerweise werden solche Situationen durch klare Prozessregeln von vornherein minimiert.
Wann lohnt sich der Schritt?
Logistik Automatisierung in ihrer vollständigen Form – also der Betrieb eines vollautomatisierten Lagerbereichs ohne Mitarbeitereinsatz – ist auch im Mittelstand möglich. Ein klassisches Beispiel ist das automatische Kleinteilelager (AKL). Doch die Entscheidung für eine Vollautomatisierung will gut vorbereitet sein.
Vollautomatisierung bezeichnet in der Logistik den Betrieb von Lagerbereichen oder Transportprozessen, bei denen alle Abläufe ohne menschlichen Eingriff durch Maschinen, Fördertechnik oder fahrerlose Systeme ausgeführt werden. Im Mittelstand betrifft das in der Regel abgegrenzte Bereiche und keine vollständig menschenleere Fabrik. „Ich glaube nicht, dass es in der Zukunft eine Dark Factory im Mittelstand gibt,“ sagt Christoph Rixe. „Es wird auch in Zukunft teilautomatisierte und vollautomatisierte Bereiche geben, aber wir brauchen weiterhin Licht in der Fabrik.”

Der Begriff Dark Factory bezeichnet eine vollständig automatisierte, menschenleere Produktionsstätte, die ohne Beleuchtung auskommt. Im Mittelstand ist das auf absehbare Zeit keine realistische Perspektive. Logistik Automatisierung durch Vollautomatisierung im KMU-Kontext bedeutet daher: Ein klar abgegrenzter Bereich wird vollständig automatisiert, der Rest des Betriebs läuft weiterhin durch die Mitarbeitenden.
Vollautomatisierung klingt oftmals verlockend. Moderne Technologien versprechen maximale Optimierung. Auch die Kosten-Nutzen-Logik spricht häufig für eine vollständige Automatisierung. „Eine Vollautomatisierung hat tendenziell immer weniger laufende Kosten. Das ist der große Benefit,“ so Rixe. „Ich habe einen großen Invest und hole mir das über die Laufzeit durch geringere Laufzeitkosten wieder rein.”
| Faktor | Vollautomatisierung |
|---|---|
| Invest | Hoch (Einmalinvestition) |
| Laufende Kosten | Gering, da weniger Personal und höhere Prozessstabilität |
| Zusätzliche Kosten | Wartung & Instandhaltung |
| Vorteil | Höherer Durchsatz, mehr Leistung und mehr Umsatz möglich |
Christoph Rixe warnt dennoch ausdrücklich davor, sich zu einer voreiligen Entscheidung verleiten zu lassen: „Wir Menschen neigen tatsächlich dazu unüberlegt zu entscheiden. Man hat irgendwo eine beeindruckende Lösung gesehen und dann sagt man: Das ist es jetzt, das muss es werden. Blind versucht man dann, das Drumherum zu bauen. Ohne zu schauen, ob das überhaupt sinnvoll ist.” Stattdessen empfiehlt er eine strukturierte Analysephase, bestehend aus den folgenden 5 Schritten:
Lässt sich der Prozess auch mit einer Teilautomatisierung optimieren? Alle Varianten und Optionen sollten vorab durchdacht werden.
Wie soll die Lösung zur Logistik Automatisierung im Detail aussehen?
Auf Basis des Konzepts konkrete Angebote einholen (z. B. bei Herstellern wie SSI Schäfer)
Alle Faktoren, wie Kosten und Nutzen gegenüberstellen
Auf Basis belastbarer Zahlen, nicht auf Grund von spontaner Begeisterung
Christoph Rixe bringt es auf den Punkt: Logistik ist ein Wettbewerbsfaktor. Wer diesen Faktor ernst nimmt, schafft die Grundlage für Effizienz und Zukunftsfähigkeit. Die Logistik Automatisierung im Mittelstand ist zwar kein Selbstläufer, aber ein äußerst sinnvolles und gut realisierbares Unterfangen. Wer Schritt für Schritt und mit einem erfahrenen Partner an der Seite vorgeht, kann das Potenzial der Automatisierung in der Intralogistik voll ausschöpfen.
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Was versteht man unter Logistik Automatisierung?
Logistik Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, die logistische Prozesse – wie Transport, Einlagerung oder Kommissionierung – ohne oder mit reduziertem menschlichem Eingriff ausführen. Sie reicht von einfachen Förderbändern bis hin zu vollautomatisierten Lagersystemen mit fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF).
Wo sollte ein KMU mit der Automatisierung seiner Logistik beginnen?
Der erste Schritt ist nicht Technologie, sondern Prozessanalyse. Bevor automatisiert wird, sollten bestehende Abläufe und Strukturen hinterfragt werden. Insellösungen müssen aufgebrochen und ein durchgängiger Sollprozess definiert werden. Erst dann macht der Einsatz von Digitalisierung oder Automatisierung wirklich Sinn.
Wann lohnt sich eine Vollautomatisierung im Mittelstand?
Eine Vollautomatisierung lohnt sich, wenn die laufenden Einsparungen (z. B. durch reduzierten Personalbedarf und höhere Prozessstabilität) den hohen Einmalinvest über die Laufzeit der Anlage ausgleichen oder übersteigen. Alternativ kann sie sinnvoll sein, wenn durch höheren Durchsatz mehr Umsatz erzielt werden kann. Eine strukturierte Analysephase mit Variantenvergleich ist dabei unerlässlich.
Was sind fahrerlose Transportsysteme (FTS) und wie helfen sie in der Intralogistik?
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) – auch fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) genannt – sind automatisierte Fahrzeuge, die Waren innerhalb eines Betriebs selbstständig von A nach B transportieren. Sie eignen sich besonders gut als Einstieg in die Teilautomatisierung, z. B. im Wareneingang, und können problemlos parallel zu Staplerfahrern eingesetzt werden.
Wie kann L-mobile bei der Logistikoptimierung helfen?
L-mobile begleitet mittelständische Unternehmen von der ersten Prozessanalyse bis zur Implementierung digitaler und automatisierter Logistiklösungen. In einem Workshop vor Ort werden bestehende Prozesse aufgenommen, Herausforderungen identifiziert und gezielte Empfehlungen erarbeitet – dokumentiert im L-mobile Implementierungskonzept mit klaren Anforderungen und nächsten Schritten.

Christoph Rixe beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Frage, wie sich Logistik- und Produktionsprozesse im Mittelstand sinnvoll digitalisieren und automatisieren lassen. Bereits in mehr als 20 Projekten begleitete er Unternehmen dabei, ihre internen Logistik- und Produktionsprozesse transparenter und effizienter zu gestalten. Sein Fokus liegt auf den Themen Transportmanagement, Materialfluss sowie Automatisierung und Digitalisierung der Intralogistik, über die er auch regelmäßig auf LinkedIn berichtet.
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