Digitalisierungsstrategie
Ist SCADA heute noch eine adäquate Alternative zur IoT-Plattform?
Erfahren Sie, ob der SCADA-Ansatz heute noch sinnvoll ist für Unternehmen
Geschätzte Lesedauer: 7 min
Digitalisierungsstrategie
Erfahren Sie, ob der SCADA-Ansatz heute noch sinnvoll ist für Unternehmen
Geschätzte Lesedauer: 7 min

Industrie 4.0 und das Internet of Things haben in vielen Industrie- und Handelsunternehmen Einzug gehalten. Mit dem steigenden Bedürfnis nach Datenintegration und Vernetzbarkeit, haben sich sogenannte IoT-Plattformen bzw. IIoT-Plattformen etabliert.
IoT-Plattformen sorgen dafür, dass verschiedenartige Geräte, Maschinen und Applikationen miteinander vernetzt und ihre Informationen in einem Gesamtkontext auswertbar werden. Im besten Fall lässt sich über eine IIoT-Plattform jeder Gerätetyp über eine Vielzahl von Schnittstellen anbinden und Daten in unterschiedlichsten Strukturen sowie Mengengerüsten erfassen und auswerten. Eine Vielzahl an Applikationen sind in der Lage auf diese Informationen zuzugreifen.
Durch diesen gewaltigen Fortschritt der Technik, fragen sich viele produzierende Unternehmen, inwieweit der herkömmliche SCADA-Ansatz noch mithalten kann.
Im Gegensatz zur IoT-Plattform ist SCADA keine bestimmte Technologie, sondern ein Anwendungstypus. SCADA-Lösungen werden meist als proprietäre, Hardware-gebundene On-Premise-Lösungen eingesetzt, welche auf ein spezielles Kundenbedürfnis ausgerichtet sind. Eine SCADA-Lösung erfasst Betriebs- und Maschinendaten für Überwachungs- oder Steuerungsprozesse, mit der betriebliche Prozesse optimiert werden können.

Der SCADA-Ansatz gibt bei einer optimal eingerichteten Automatisierungs-Infrastruktur eine exakte Auskunft zu allen betriebsrelevanten Fragen hinsichtlich der Anlagenverfügbarkeit sowie des Lebenszyklus, der Performance der Maschinen und der Instandhaltungskosten. Ferner können auch Rückschlüsse gezogen werden, wie beispielsweise mehr Produkte in höherer Qualität bei gleichzeitig niedrigeren Kosten hergestellt werden können.
Bevor eine SCADA-Lösung eingeführt wird, sollten jedoch erst die Zukunftspläne des Unternehmens näher beleuchtet werden:
SCADA ist die ideale Wahl für alle produzierenden Unternehmen, die sich bei der Datenerfassung auf eine Lösung konzentrieren möchten, die sehr spezifisch an die eigenen Unternehmensprozesse angepasst ist und für die eine tendenziell höhere Abhängigkeit vom Hersteller der SCADA-Lösung akzeptabel ist. Da eine SCADA-Lösung in der Regel nicht als Cloud-Lösung implementiert ist, liegt die Sicherstellung der dazu nötigen Infrastruktur und der damit verbundene Personalaufwand in der Hand des Unternehmens.
Wenn ein produzierendes Unternehmen jedoch plant, in Zukunft weitere Geschäftsprozesse zu digitalisieren und in einem komplexen Industrie 4.0-Umfeld zu organisieren, stößt der herkömmliche SCADA-Ansatz an seine Grenzen: Es besteht die Gefahr der Aufrechterhaltung von Insellösungen und der Pflege von sogenannten Silos, auch wenn die einzelne, hochgradig an spezifische Anwendungsbedürfnisse angepasste SCADA-Lösung schlanker und kostengünstiger erscheint. SCADA-Lösungen sind in ihrer Ausbau- und Integrationsfähigkeit oft limitiert. Das bedeutet, dass bei steigenden Anforderungen auf Unternehmensseite mit einem erhöhten Investitionsbedarf zu rechnen ist. Zusätzlich können durch die Anpassung der Infrastruktur (Speicherressourcen, Netzwerkmanagement-Komponenten o.ä.) und der wachsenden Bedürfnisse Engpässe oder gar Ausfallsituationen entstehen. Unter Umständen kann durch neu hinzukommende, in die bestehende Infrastruktur schlecht eingepasste Applikationen hohe Redundanzen entstehen, wenn Basisfunktionen in verschiedenen Anwendungen mehrfach implementiert oder überlappende Datenbestände aufgebaut werden. Andererseits kann eine On-Premise-basierte SCADA-Lösung Hardware-Ressourcen oder Netzkapazitäten in Anspruch nehmen, die anwendungsseitig gar nicht genutzt werden.
Automatische Buchungen im ERP ausführen, Liegezeiten überwachen, Betriebsdaten zurückmelden oder Material validieren: Den Einsatzmöglichkeiten von RFID und RTLS sind kaum Grenzen gesetzt. Erfahren Sie in unserer kostenlosen Software-Demo alles über moderne Ortungstechnologien und wie Sie diese für Ihre Prozesse nutzen.
IIoT-Plattformen sind im Gegensatz zum SCADA-Ansatz in der Regel cloudbasiert und gut skalierbar. Durch ihre Erweiterbarkeit und den hohen Standardisierungsgrad, bieten IoT-Technologien einen großen Handlungsspielraum bei der Integration von vielen verschiedenen Lösungen.

Neben der Möglichkeit mehrere Produkte in einer Plattform einzubinden und deren Daten zu nutzen und auszuwerten, fallen durch das Pay-per-Use-Prinzip nur für die Dienste Kosten an, die auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Die Auslagerung von Daten und Prozessen in die Cloud verringert den Betreuungsaufwand für den Betrieb einer hauseigenen IT-Infrastruktur. Dies schafft Freiräume für das eigene IT-Personal für betriebssichernde und konzeptionelle Aufgaben.
Eine IoT-Plattform ist somit für alle Unternehmen die richtige Wahl, die auf veränderte Anforderungen schnell und flexibel reagieren wollen bzw. müssen. Schon heute können bereits bestehende oder künftig auftretende Anforderungen, die an den Begriffen Machine Learning, Preemptive Maintenance oder Big Data festgemacht werden, mit dem Einsatz einer IIoT-Plattform wesentlich leichter bewältigt werden. So ist beispielsweise eine Anpassung des möglichen Datendurchsatzes lediglich eine Frage der gebuchten Ressourcen für Datenspeicherung und Netzwerk-Traffic. Die professionell betriebenen Rechenzentren eines IoT-Plattformanbieters garantieren dabei eine stets hohe Flexibilität und Ausfallsicherheit.
Jedoch sollte sich jedes Unternehmen vor der Einführung einer IIoT-Plattform bewusst sein, dass die betrieblichen Daten in die Cloud gespeichert werden. Ab diesem Moment besteht eine gewisse Abhängigkeit von einem Plattformanbieter. Die Auswahl des Plattform-Betreibers ist eine strategische Entscheidung, die größte Sorgfalt erfordert. Denn je umfassender die Integration der eigenen Anwendungen in der Cloud stattfindet, umso größer wird auch die Bindung an den Plattform-Betreiber.

Wie gelingt der Einstieg in transparente, automatisierte Prozesse? Unser kostenloses Whitepaper „3 Schlüsseltechnologien zur Automatisierung Ihrer Prozesse: Ortung mit UWB, BLE und RFID im Vergleich“ liefert Antworten – mit praktischen Anwendungsideen, einem direkten Technologievergleich und Tipps für den erfolgreichen Start.
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Diese Website verwendet Cookies zur Analyse und Marketingzwecken (Google Analytics, Meta Pixel, Linkedin Insight Tag, XING, Hubspot, Google Ads). Sie können auswählen, welche Kategorien Sie erlauben. Die Einwilligung umfasst eine Datenübertragung in Drittstaaten (z. B. USA). Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen, bzw. Ihre Datenschutzeinstellungen ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation.
