Der häufigste Fehler bei der Digitalisierung von Lagerprozessen ist der Versuch, direkt alle Probleme auf einmal zu lösen. „Man hat häufig das Problem, das man zu viel auf einmal will,“ weiß der Experte aus Erfahrung. Viele Unternehmen arbeiten mit Prozessen, die seit rund 20-30 Jahren bestehen. Diese mit nur einem einzigen Projekt in kürzester Zeit digitalisieren und optimieren zu wollen, ist meistens nicht zielführend. „Dann wird es wahnsinnig schnell sehr verkopft und sehr theoretisch. Man verliert sich in Details“, erklärt der Sales Manager.
Gleichzeitig warnt er davor, sich zu wenig Gedanken zu machen. Einfach loszulegen, ohne zu wissen, wohin die Reise führt, wird ebenso wenig von Erfolg gekrönt sein. „Auch wenn ich jetzt beschließe, wir starten in einem kleineren Umfang mit einem Pilotprojekt, muss ich trotzdem schon ein größeres Bild im Kopf haben.“
Dieses Ziel muss nicht im Detail ausformuliert sein. Aber man sollte auf jeden Fall wissen, was man am Ende mit der Digitalisierung im Lager erreichen möchte. „Ansonsten biege ich vorne links ab und merke später, rechts wäre besser gewesen – und muss alles nochmal von vorne starten.” Wer also im Schnellverfahren eine beliebige Warehouse Management Software einführt, merkt eventuell zu spät, dass das System zum Beispiel keine Schnittstelle zum eigenen ERP-System bietet.
Die Lösung liegt somit in der Mitte: Klein starten, groß denken. Ein klar abgegrenzter Pilotprozess liefert dabei schnelle Ergebnisse und schafft Vertrauen, ohne das gesamte Unternehmen auf einmal umzukrempeln.